Bibliotheken in Mitte

Anlässlich der Diskussion um die möglichen Veränderungen in der Bibliothekslandschaft des Bezirks Mitte sammelt die StV hier Hintergrundinformationen zu diesem Thema, um es interessierten Bürgern leichter zu machen, sich über das Thema zu informieren.

Bibliotheken in Mitte

Auf berlin.de findet man eine Übersicht über die Bibliothekslandschaft in Mitte.

Prognoseräume

Alle Fachabteilungen des Bezirksamtes planen ihre Bedarfe anhand von Planungsräumen, den sogenannten Prognoseräumen. In Mitte gibt es vier dieser Prognoseräume, nämlich Zentrum, Moabit, Gesundbrunnen und Wedding.

Auf der Karte sieht man, dass die Grenzen dieser Prognoseräume nicht notwendigerweise den Grenzen der Ortsteile von Mitte folgt. So ist der Ortsteil Hansaviertel dem Prognoseraum Moabit zugeschlagen, was erklärt, dass die Bibliotheksplanung für das Hansaviertel gemeinsam mit der für Moabit erfolgt.

Die Prognoseräume sind Teil des Konzepts der Lebensweltlich orientierten Räume (LOR). Diese Konzept wurde „2006 gemeinsam zwischen den planenden Fachverwaltungen des Senats, den Bezirken und dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg auf der Grundlage der von der Jugendhilfe bereits definierten Sozialräume einheitlich abgestimmt. Die LOR sind am 1.8.2006 per Senatsbeschluss als neue räumliche Grundlage für Planung, Prognose und Beobachtung demografischer und sozialer Entwicklungen in Berlin festgelegt worden.“

Bibliotheksentwicklungsplan

Die BVV Mitte hat im Jahr 2004 per Beschluss das Bezirksamt aufgefordert, einen Bibliotheksentwicklungsplan zu erarbeiten. Er wurde 2006 fertiggestellt, im  Bezirksamt beschlossen und der BVV vorgelegt.  Der Bibliotheksentwicklungsplan ist auf berlin.de als PDF verfügbar.

Große Anfragen zur Bibliotheksentwicklung in der BVV Mitte

Große Anfrage der Fraktion der SPD zur Einrichtung einer Stadtteilbibliothek in Moabit vom 5.6.2012 und Antwort darauf vom 11.6.2012 als Drucksache 0350/IV (unter Anlagen ist dort die Anfrage und die Antwort als PDF zu laden).

Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur Zukunft der Bibliotheken im Bezirk Mitte vom 5.6.2012 und Antwort darauf als Drucksache 0339/IV (unter Anlagen ist dort die Anfrage und die Antwort als PDF zu laden).

2 Gedanken zu „Bibliotheken in Mitte

  1. Danke für die bisherige Zusammenstellung.
    Ich möchte gerne Ausschnitte aus dem Obengenannten festhalten:

    Frau Weißler auf die Große Anfrage vom 05.06.2012
    Haben Bibliotheken im Bezirk Mitte noch eine Zukunft?

    „Maßgeblich für die Bereitstellung der Medien ist auch die Fläche der Bibliotheksstandorte, die inbesondere in den Ortsteilen Wedding und Moabit in Relation zur Einwohnerzahl mit z.Zt. 300qm in der Schiller-Bibliothek und 650qm Publikumsfläche in der Bruno-Lösche-Bibliothek zu gering ist und damit eine dynamische Weiterentwicklung verhindert. Insofern ist die Schaffung mind. einer Mittelpunktbibliothek je Prognoseraum – wie sie z.B. in der Müllerstraße mit der Baumaßnahme zur Schiller-Bibliothek in 2014 entstehen wird, eine absolute Notwendigkeit.“

    Der Bibliotheksentwicklungsplan (s.o.) sieht folgende Formen vor:
    „Das neue Netz gliedert sich in eine leistungsstarke Bezirkszentralbibliothek (BZB), drei leistungsfähige Mittelpunktbibliotheken (MPB) sowie drei kooperativ zu betreibende Kiezbibliotheken (KB).“

    In dem Plan von 2005 waren geplant die BZB in der Müllerstraße, drei MPB Philipp-Schaeffer-Bibliothek, Bibliothek am Luisenbad, Bruno-Lösche-Bibliothek sowie drei kooperativ zu betreibende Kiezbibliotheken, die Hansa-Bibliothek, die Biblitohek Tiergarten Süd, beide nach dem Modell der Kurt-Tucholsky-Bibliothek.

    Das Ziel für diese drei Bibliotheken für 2012: „Soll 2015: Senkung der Infrastrukturkosten auf 0.“

    Das Konzept Kiezbibliotheken: hier „unterstützen Kiezbibliotheken in kooperativer Trägerschaft die Bibliotheksarbeit vor Ort.“

    Wir sollten uns das Modell der Kurt-Tucholsky-Bibliothek genauer betrachten. Und sollten wir wirklich an den Quadratmeterzahlen Publikumsfläche als Maßstab festhalten? Und platt gesagt zu den kleineren Bibliotheken sagen: Seht zu, wie Ihr Euch finanziert?

    Ist doch im Entwicklungsplan zu lesen „Eine deutlichere Reduzierung der Bibliotheksstandorte erbringt mit Sicherheit eine Einsparung bei den Ausgaben, die aber in der Konsequenz im gleichen Verhältnis das Abschmelzen der entsprechenden Leistungsergebnisse zur Folge hätte. Diese Entwicklung würde ein angemessenes Leistungsangebot für die Bewohnerinnen und Bewohner von Mitte nicht mehr sicherstellen.“

    Und weiter vorne: „Unversöhnlich stehen sich in Fachkreisen hier scheinbar die sogenannten „Zentralisierer“ und jene gegenüber, die sich eher am „Status Quo“ zu orientieren versuchen.““

    Aber doch genau aus dem oben genannten Grund: ein Leistungsangebot würde unersätzlich wegfallen. Natürlich wäre eine ZUSÄTZLICHE Mittelpunktbibliothek fein, aber so, wie die jetzige Entwicklung weitergehen soll, sollen drei Bibliotheken zu kostenlosen Hilfsbibliotheken gemacht werden. Es muss doch jedem klar sein, dass das ein langsames Aus für diese Bibliotheken bedeuten würde.

  2. Eine besorgniserregende Entwicklung geht hier schleichend vor sich. Man gebe nur einmal den Begriff „Bibliothekssterben“ in eine Suchmaschine ein.

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