Neues von der Mauer

Wenn ich mich richtig erinnere, diskutieren wir in der Stadtteilvertretung Aktive Turmstraße seit über zwei Jahren über ein Stück Mauer, welches das (inzwischen ehemalige) Rathauscafé vom Ottopark trennt. Bereits beim ersten Rundgang zur Neugestaltung des Parks stand der Entschluß fest: Die Mauer soll weg, damit der Park attraktiver wird und belebter, damit man bei einer Tasse Kaffee in der Sonne sitzen kann und den spielenden Kindern zusehen oder einfach sein Eis schlecken kann. Auch die Wirtin des Cafés und deren Vermieter wollten das.

Aber dann begann die lange Geschichte der kleinen Mauer. Ungeahnte Schwierigkeiten taten sich auf. Ein Abriss ist gar nicht so einfach. Da gbit es Grundbucheinträge und keine Behörde fühlt sich zuständig, hieß es. Denn da sei doch mal von höchster Stelle angeordnet worden, dass der kleine Tiergarten – der doch Jagdgebiet seiner Durchlaucht war – nicht einfach von gewöhnlichen Leuten betreten werden dürfe, damit das Wild in dem Park ja nicht zu Schaden käme (außer durch die hochwohlgeborene Büchse natürlich). Und so blieb die Mauer stehen, Jahrzehnte und Jahrhunderte, und der zuständige Bezirk – heute: Berlin-Mitte – passte auf, dass das so blieb.

Der Westteil des kleinen Tiergartens/Ottoparks wurde inzwischen umgewühlt, neu bepflanzt und wieder eröffnet. Die Bewohner Moabits freut das, wie man sehen kann. Aber die Mauer? Die steht und das Café ist inzwischen zu. Nicht wegen der Mauer – davon weiß ich nichts, und würde dies deshalb auch nie behaupten, aber vielleicht hätte eine schöne Terasse zum Park geholfen, dass das Cafe doch hätte bleiben können. Wer weiß.

Aber nun gibt es etwas Neues! Der Bezirk Mitte fühlt sich doch verantwortlich und hat auch schon einen umfangreichen Vertrag entworfen, mit dem die Dinge geregelt werden können. So steht es jedenfalls in dem Schreiben, das Bezirksstadtrat Carsten Spallek höchstpersönlich unterzeichnet hat. Es ist doch sehr schön, dass die Interessen des Bezirks so gut vertreten werden! Da kann man doch jetzt wirklich darauf hoffen, dass der Vertrag bald unterzeichnet werden kann, die Mauer dann auch fällt und irgendwann auch eine Terrasse hinter dem neuen Rathauscafé entsteht und die Besucher des Parks auch die Toilette benutzen dürfen.

So nebenbei erfahren wir auch, dass das alte Toilettenhäuschen – das gar nicht mehr als solches zu erkennen ist und aus dem doch vielleicht mal ein kleiner Kiosk hätte werden können – abgerissen werden muss. Schade – es hat sich halt niemand gefunden, schreibt Herr Spallek.

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