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Friedensstatue „Trostfrauen“

Am 28.09.2020 wurde die Friedensstatue als Mahnmal für die „Trostfrauen“ eingeweiht. Die Statue soll nicht nur an die Mädchen und Frauen erinnern, die für die japanischen Kriegsbordelle im Zweiten Weltkrieg zwangsprostituiert wurden erinnern, sie soll zudem auch ein Symbol gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen sein.

Die Statue wurde mit Genehmigung des Bezirksamts Mitte an der Ecke Bremer Straße / Birkenstraße aufgestellt. Sie soll dort ein Jahr stehen blei- ben.
Am 8.10.2020 widerrief das Bezirksamts Mitte die Genehmigung. Nach vielen Protesten, auch von Seiten der StV-Turmstraße, wurde der Widerruf inzwischen zurückgenommen.

Beschluss der Stadtteilvertretung Turmstraße vom 21.10.2020
Die Statue zur Erinnerung an sog. „Trostfrauen“ soll bleiben

Die Stadtteilvertretung Turmstraße spricht sich dafür aus, dass die Statue, die der Berliner Korea-Verband an der Ecke Bremer Straße/ Birkenstraße mit Genehmigung errichtet hat, bestehen bleibt.

Begründung

Die Friedensstatue ist ein Kunstwerk im öffentlichen Raum, das an die Ein- zelschicksale der sog. „Trostfrauen“ erinnern soll, die vor und im 2. Welt- krieg von der japanischen Armee zur Prostitution gezwungen wurden. Der Korea-Verband, dem die Genehmigung zur Errichtung der Statue durch das Bezirksamt Mitte für ein Jahr erteilt wurde, ist in Moabit ansässig und hier mit vielen kulturellen Veranstaltungen aktiv. Er hat somit ein berechtig- tes Interesse, die Bevölkerung in Moabit mit Hilfe eines Kunstwerkes über das nahezu vergessene Schicksal dieser „Trostfrauen“ zu informieren.

Stellungnahme der AG Bildung & Kultur der Stadtteilvertretung Turmstraße zur Friedensstatue an der Ecke Bremer Straße/ Birkenstraße

Der in Moabit ansässige Korea-Verband hat unlängst an der Ecke Bremer Straße/ Birkenstraße als Mahnmal eine Statue aufgestellt, die ein Jahr lang an das Thema der sog. „Trostfrauen“ erinnern soll. Dieser euphemisti- sche Begriff bezeichnet diejenigen Frauen, überwiegend koreanische und chinesische, aber auch Frauen anderer Nationen, die vor und während des 2. Weltkriegs vom japanischen Militär in Truppenbordellen zur Prosti- tution mit japanischen Soldaten gezwungen wurden. Schätzungen zufolge handelte es sich um 50.000 bis 200.000 Frauen, die in den von Japan be- setzten Gebieten Massenvergewaltigungen und anderen Kriegsverbre- chen ausgesetzt waren.

Die Metallstatue zeigt eine sitzende Frau, neben ihr steht ein freier Stuhl. Es handelt sich um eine Replik; gleichartige Statuen stehen u. a. in den USA, in Kanada, Neuseeland und Australien. Kurz nach Errichtung des Mahnmals wirkte die japanische Botschaft in Berlin beim Bezirk Mitte je- doch darauf hin, dass die Genehmigung für die Aufstellung der Friedens- statue wieder entzogen wurde. Die Statue sollte somit am 14.10. entfernt werden und nicht – wie ursprünglich geplant – ein Jahr stehen bleiben. Auf die darauffolgende Klage des Korea-Verbands hin bleibt die Statue nun vorerst an Ort und Stelle, bis das Berliner Verwaltungsgericht über den Fall entschieden hat.

Viele, aber nicht alle Länder, in denen eine Replik der Friedensstatue auf- gestellt worden ist, haben sich bislang dem Wunsch Japans gefügt. Es ist zwar nachvollziehbar, dass es der Regierung Japans unangenehm ist, wenn in anderen Ländern an dieses für sehr viele Frauen überaus traurige Kapitel des 2. Weltkrieges durch eine Statue erinnert werden soll. Es ist aber ebenso nachvollziehbar, dass der Moabiter Korea-Verband 75 Jahre nach Kriegsende an dieses Kapitel der koreanischen Geschichte erinnern möchte. Zugleich ist die Friedensstatue eine Mahnung für die vielen Frau- en, die in anderen Kriegsregionen dieser Welt auch heutzutage noch se- xualisierte Gewalt erleben.

Die AG Bildung & Kultur der Stadtteilvertretung Turmstraße ist generell der Ansicht, dass über Kunst, die im öffentlichen Raum ausgestellt wird, zuvor eine Debatte und dann Genehmigung durch gewählte Gremien wie die BVV stattfinden soll. Dies gilt insbesondere für Kunstwerke wie die ge- nannte Friedensstatue, die eine politische und zivilgesellschaftliche Aussa- ge treffen.

Wurde diese Genehmigung erteilt – auf Zeit wie in diesem Fall oder auf Dauer –, so sollte wiederum eine Debatte und dann ggf. die Aufhebung der Genehmigung in diesen Gremien erfolgen, wenn von Dritten eine Be- seitigung des Kunstwerks beantragt wird.

Daher sind wir der Auffassung, dass die Friedensstatue wie geplant und genehmigt dieses eine Jahr an ihrem Platz stehen bleiben soll. Auch die knapp 300 Teilnehmenden der Demonstration am 13. Oktober forderten genau dies. Entsprechend fasste die Stadtteilvertretung Turmstraße am 20.10. einen Beschluss (8 Stimmen dafür, 2 dagegen), in dem die BVV und die Bezirksverwaltung gebeten werden, in diesem Sinne zu handeln.